Informationsveranstaltung: Sicher bezahlen mit dem Smartphone
Kulturgießerei Saarburg
Staden 130
54439 Saarburg
Deutschland
Nach der Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz in Thalfang führte Petras Tour weiter nach Saarburg. Ziel war die Kulturgießerei Saarburg, ein besonderer Ort mit Geschichte. Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Eisengießerei gegründet und produzierte über viele Jahrzehnte unter anderem Öfen, Glocken und Gussteile für die Region. Nach dem Ende des Gießereibetriebs blieb das denkmalgeschützte Industriegelände erhalten und wurde aufwendig saniert. Heute ist die ehemalige Gießerei ein lebendiges Mehrgenerationenhaus, das Kultur, Bildung und Begegnung unter einem Dach vereint.
Hier wurde Petra von Julian Venske herzlich empfangen. Er engagiert sich seit fünf Jahren als Digitalbotschafter und ist gleichzeitig Ehrenamtskoordinator des Hauses. Gemeinsam mit den weiteren Digitalbotschafter:innen unterstützt er regelmäßig ältere Menschen bei Fragen rund um Smartphone, Tablet und Internet. Ein Thema haben die Ehrenamtlichen jedoch bewusst ausgeklammert: digitale Finanzthemen. Umso größer war die Freude, dass der Digitale Engel diesmal genau hierzu Unterstützung bot.
Rund 15 Teilnehmende waren gekommen. Bis auf zwei Personen waren viele bekannte Gesichter aus den regelmäßigen Angeboten dabei. Das Thema lautete „Sicheres Bezahlen mit dem Smartphone“, auch bekannt als mobiles Bezahlen.
Schon zu Beginn zeigte sich schnell, was viele bewegte: Sicherheitsbedenken. Kann jemand mein Konto leerräumen? Ist das wirklich sicherer als die Bankkarte? Was passiert, wenn das Smartphone verloren geht?
Petra nahm diese Sorgen ernst und räumte Schritt für Schritt mit verbreiteten Missverständnissen auf. Sie erklärte, dass beim mobilen Bezahlen die gleichen hohen Sicherheitsstandards gelten wie bei einer Kartenzahlung. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und jede Zahlung ist im Zahlungsnetzwerk nachvollziehbar. Dadurch kann die Bank im Streitfall erkennen, wo eine Zahlung erfolgt ist und gegebenenfalls eine Rückbuchung veranlassen.
Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt: Bezahlt werden kann nur, wenn das Smartphone zuvor entsperrt wurde – etwa per PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Eine versehentliche oder unbemerkte Zahlung ist dadurch praktisch ausgeschlossen.
Außerdem erfuhren die Teilnehmenden, dass beim Bezahlen nicht die echte Kartennummer übertragen wird. Stattdessen erzeugt das System einen digitalen Platzhalter – einen sogenannten Token. Dieser ersetzt die eigentlichen Kartendaten und sorgt dafür, dass Händler niemals die echte Kartennummer erhalten.
Auch die Kostenfrage konnte Petra schnell beantworten: Für das mobile Bezahlen fallen keine zusätzlichen Gebühren an. Es gelten dieselben Bedingungen wie bei einer normalen Kartenzahlung.
Natürlich sprach Petra auch darüber, was im Ernstfall zu tun ist. Geht das Smartphone verloren oder wird es gestohlen, sollte die hinterlegte Bankkarte vorsorglich sofort gesperrt werden – beispielsweise über den bundesweiten Sperrnotruf 116 116.
Nachdem die Sicherheitsfragen geklärt waren, wollte die Gruppe wissen: „Und wie funktioniert das jetzt eigentlich?“
Petra erklärte zunächst die technische Grundlage: NFC (Near Field Communication). Diese Funktechnik ermöglicht es, Daten über eine sehr kurze Distanz kontaktlos zwischen Smartphone und Bezahlterminal auszutauschen. Voraussetzung ist ein NFC-fähiges Smartphone sowie eine unterstützte Bankkarte, die in einer Bezahl-App hinterlegt wird.
Anschließend zeigte sie Schritt für Schritt, wie die Einrichtung grundsätzlich funktioniert. Dabei wies sie auch auf einen wichtigen Unterschied hin: Nicht jede Bank unterstützt die vorinstallierten Wallets von Apple oder Google. So nutzen beispielsweise Sparkassen ihre eigene App „Mobiles Bezahlen“, während andere Banken auf Apple Wallet oder Google Wallet setzen. Welche Lösung die richtige ist, hängt also immer von der jeweiligen Bank und dem Betriebssystem des Smartphones ab.
Zum Abschluss wurde es noch einmal ganz praktisch. Gemeinsam mit Julian bot Petra individuelle Unterstützung direkt an den Smartphones der Teilnehmenden an. Wer seine Karte einrichten oder Fragen zur eigenen Banking-App hatte, konnte dies sofort ausprobieren. Diese persönliche Begleitung wurde gerne angenommen.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und zeigte einmal mehr, wie wichtig verständliche Informationen und praktische Unterstützung bei neuen digitalen Themen sind.
Und Petra nahm aus Saarburg sogar noch ein kleines Andenken mit nach Hause: In der Kulturgießerei entdeckte sie eine kleine Glocke, die sie kurzerhand kaufte. Sie wird künftig sicherlich bei der einen oder anderen Veranstaltung des Digitalen Engels zum Einsatz kommen – und die Teilnehmenden freundlich zur nächsten Programmrunde einläuten.
Regionale Angebote in der KulturGießerei Saarburg
Ehrenamtliche Digitalbotschafter:innen bieten jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr in einer Sprechstunde für interessierte Senior:innen praktische Hilfe und Beratung bei Problemen im Umgang mit Handy, Tablet oder PC. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Auf Nachfrage unterstützt ein ehrenamtlicher Digitalbotschafter Menschen mit Sehbehinderung, wie digitale Geräte als Hilfstechniken eingesetzt werden können (z. B. Vergrößerung oder Sprachausgabe).
Die Digitalbotschafter:innen bieten außerdem regelmäßig ausgewählte Thementage an. Die nächsten Termine finden Sie auf der Internetseite der KulturGießerei Saarburg.
Bei allen Angeboten ist eine telefonische Anmeldung unter 06581/2336 erforderlich.
Überregionale und Online-Angebote
- Digital-Kompass: Kostenfreies Angebot zur digitalen Teilhabe von Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten
www.digital-kompass.de - Digitalführerschein (DiFü)
www.difue.de - DigitalPakt Alter
www.digitalpakt-alter.de - Digital mobil im Alter
www.digital-mobil-im-alter.de - Nie zu alt fürs Internet! – Broschüre zum Einstieg in das Internet
www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/service/publikationen/ - Digitale Senior:innen
www.digitaleseniorinnen.at
Die Präsentation können Sie hier herunterladen:
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