Online-Veranstaltung | Wege aus der Einsamkeit mit Dagmar Hirche (Themenwoche "Gemeinsam aus der Einsamkeit")

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Logo Wege aus der Einsamkeit (vier ältere Menschen im Cartoon-Format, die beschwinglich tanzen)

Im Rahmen der Themenwoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ durfte der Digitale Engel eine ganz besonderen Gast in einer Online-Veranstaltung begrüßen: Dagmar Hirche, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Wege aus der Einsamkeit e. V. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sprach sie über die Bedeutung von Gemeinschaft, digitaler Teilhabe und darüber, wie digitale Angebote dabei helfen können, Einsamkeit zu überwinden.

Dagmar Hirche gründete den gemeinnützigen Verein bereits im Jahr 2007 aus einer Privatinitiative heraus. Die Vision damals wie heute: die Lebensumstände älterer Menschen verbessern und ihnen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Seit 2014 setzt sich der Verein besonders dafür ein, Menschen ab 65 Jahren an die digitale Welt heranzuführen. Denn während immer mehr Lebensbereiche digital werden, dürfen ältere Menschen nicht zurückgelassen werden.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Dagmar den Verein und seine vielfältigen Angebote vor. Viele Teilnehmende waren überrascht, wie breit das Spektrum inzwischen ist.

Dabei spielen analoge Begegnungen nach wie vor eine wichtige Rolle. So organisiert der Verein unter anderem Grillfeste, Neujahrsempfänge, Weihnachtsfeiern in Hamburg und Berlin, gemeinsame Zoobesuche mit anschließendem Mittagessen, Spaziergänge, Ausflüge und Kaffeetreffen. Besonders schön: Viele der sogenannten „Versilberten“ – wie die Vereinsmitglieder liebevoll genannt werden – organisieren inzwischen selbstständig gemeinsame Aktivitäten und Verabredungen.

Mit Beginn der Corona-Pandemie kamen zahlreiche digitale und hybride Angebote hinzu. Und aus der Not wurde eine echte Erfolgsgeschichte. Seit März 2020 ist der digitale Zoom-Raum des Vereins durchgehend geöffnet. Dagmar nennt ihn liebevoll die „digitale Kneipe“ – ein Ort zum Lernen, Üben, Austauschen und einfach zum Zusammensein.

Dort finden regelmäßig Gesprächsrunden zu digitalen Themen statt.. Daneben gibt es Sitz-Yoga, Sitz-Tanz, Gedächtnistraining, Schreibwerkstätten, Lesungen, Kulturveranstaltungen, Theaterworkshops, Vorträge zu Vorsorgevollmachten oder Betrugsmaschen sowie gemeinsame Spieleabende. Selbst internationale Begegnungen mit Studierenden in Boston oder Vechta gehören mittlerweile zum Programm.

Besonders beeindruckend fanden viele Teilnehmende die offene und herzliche Kultur innerhalb des Vereins. Dagmar brachte sogar einen kleinen „Fanclub“ mit in die Veranstaltung – langjährige Mitglieder, die von ihren Erfahrungen berichteten und deutlich machten, wie wichtig die Gemeinschaft für sie geworden ist.

Eine Besonderheit bei den digitalen Treffen: Die Kameras bleiben grundsätzlich eingeschaltet. „Wir möchten die Menschen sehen“, erklärte Dagmar. Eine eingeschaltete Kamera sei ein Zeichen von Wertschätzung. Ausnahmen gibt es natürlich, etwa wenn jemand krank ist oder besondere Gründe hat. Außerdem sprechen sich alle mit Vornamen oder Spitznamen an. Formelle Regeln gibt es kaum. Viel wichtiger sind Respekt, Offenheit und eine gute Atmosphäre. Und gelacht wird offenbar sehr viel.

Die Gespräche orientieren sich dabei nicht streng an einem Lehrplan. Stattdessen stehen die Themen im Mittelpunkt, die die Menschen gerade beschäftigen. Genau das macht den besonderen Charme der digitalen Treffen aus.

Im anschließenden Austausch hatten die Teilnehmenden zahlreiche Fragen. Besonders interessant war die Frage, welche Voraussetzungen Ehrenamtliche mitbringen müssen, um selbst andere Menschen im digitalen Bereich unterstützen zu können.

Dagmars Antwort machte vielen Mut: Man müsse keineswegs IT-Expertin oder Experte sein. Wichtig sei vor allem, ein Smartphone bedienen zu können und zu wissen, wie man Antworten findet, wenn man selbst einmal nicht weiterweiß. Noch wichtiger seien Eigenschaften wie Geduld, Empathie, verständliche Sprache und die Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ihre Botschaft lautete: Einfach anfangen! Niemand muss alles wissen. Man lernt mit jeder Unterstützung dazu. Und vor Fehlern oder dem Scheitern müsse niemand Angst haben.

Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem intensiven und inspirierenden Austausch. Viele Teilnehmende kannten den Verein Wege aus der Einsamkeit zuvor noch nicht und nahmen zahlreiche Anregungen mit. Besonders deutlich wurde, wie wichtig Begegnungsorte sind – sowohl analog als auch digital.

Für Petra und den Digitalen Engel war es eine wunderbare Veranstaltung mit vielen wertvollen Impulsen. Ein herzliches Dankeschön an Dagmar Hirche für ihre Zeit, ihre Offenheit und ihr beeindruckendes Engagement gegen Einsamkeit und für digitale Teilhabe.

Vielleicht hat die Veranstaltung ja auch die eine oder andere Person ermutigt, selbst neue Wege aus der Einsamkeit zu gehen – digital, analog oder am besten beides zusammen.

Die Präsentation der Veranstaltung

Die Präsentation von Dagmar finden Sie hier: