Informationsveranstaltung: Digitaler Nachlass

-

Familien- und Begegnungszentrum
Harmsstraße 3
29320 Hermannsburg
Deutschland

Image
An einem länglichen Tisch sitzen zirka 10 Personen und blicken nach vorne in die Kamera. Auf dem Tisch liegen Unterlagen, Getränke und Gebäck.

Heute Nachmittag war unsere Mobilreferentin Petra erstmals in Hermannsburg zu Gast. Eingeladen hatte der Kreisverband Celle des SoVD Ortsverband Hermannsburg zu einer Informationsveranstaltung im Familien- und Begegnungszentrum. Für den Digitalen Engel war es der erste Besuch vor Ort – und gleich ein sehr gelungener.

Schon bei der Ankunft war Petra beeindruckt vom Veranstaltungsort. Das Familien- und Begegnungszentrum präsentiert sich nach Sanierung und Erweiterung als modernes, freundliches Gebäude mit hervorragender technischer Ausstattung. Besonders der große Bildschirm erwies sich als ideal, um die Inhalte der Veranstaltung anschaulich zu vermitteln.

Im Mittelpunkt stand ein Thema, das viele Menschen zunächst gar nicht auf dem Schirm haben: der digitale Nachlass.

Bereits zu Beginn zeigte sich, dass sich mehr als die Hälfte der Teilnehmenden schon Gedanken über ihren analogen Nachlass gemacht hatte. Testament, wichtige Unterlagen oder Vollmachten waren vielen vertraut. Doch als Petra nach dem digitalen Nachlass fragte, wurde schnell klar: Niemand hatte diesen bislang in seine Überlegungen einbezogen. Höchste Zeit also, das zu ändern.

Denn unser Leben findet heute längst nicht mehr nur in Ordnern und Schubladen statt. Fotos, E-Mails, Online-Konten, Streaming-Dienste, soziale Netzwerke, Cloud-Speicher oder digitale Abonnements – all das hinterlassen wir ebenfalls. Wer sich zu Lebzeiten nicht darum kümmert, kann seinen Angehörigen später unbeabsichtigt viele Schwierigkeiten bereiten.

Petra machte deshalb deutlich: Einen digitalen Nachlass regelt man in erster Linie nicht für sich selbst, sondern für die Menschen, die nach dem eigenen Tod zurückbleiben. Angehörige müssen oft wichtige Verträge kündigen, auf Erinnerungen zugreifen oder digitale Konten verwalten. Fehlen Zugänge oder Informationen, kann das schnell zu Frust, Unsicherheit und zusätzlicher Belastung führen.

Gemeinsam wurde zunächst gesammelt, was überhaupt zum digitalen Nachlass gehört. Die Antwort überraschte einige Teilnehmende. Denn dazu zählen nicht nur Online-Konten und Benutzerprofile, sondern auch die digitalen Geräte selbst – etwa Smartphones, Tablets, Computer oder externe Festplatten – sowie die notwendigen Zugangsdaten, um auf diese Geräte und Dienste zugreifen zu können.

Anschließend stellte Petra einen einfachen und praxisnahen Weg vor, um den eigenen digitalen Nachlass zu regeln.

Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme. Dazu gehört, sich einen Überblick über alle wichtigen digitalen Konten, Geräte und Dienste zu verschaffen. Welche E-Mail-Adressen nutze ich? Welche sozialen Netzwerke? Welche Online-Shops, Streaming-Dienste oder Cloud-Speicher? Welche Geräte besitze ich? Wichtig ist außerdem, die notwendigen Zugangsdaten festzuhalten oder zumindest zu dokumentieren, wo diese sicher hinterlegt sind.

Der zweite Schritt besteht darin, eine Vertrauensperson einzuweihen. Denn die beste Liste hilft wenig, wenn niemand weiß, dass sie existiert oder wo sie aufbewahrt wird. Die Teilnehmenden erfuhren, wie wichtig es ist, mit einer vertrauten Person offen über dieses Thema zu sprechen und klare Absprachen zu treffen. Diese Person muss nicht zwangsläufig sofort Zugriff auf alle Daten erhalten, sollte aber wissen, welche Wünsche bestehen und wo die notwendigen Informationen zu finden sind.

Besonders erfreulich war, dass die Veranstaltung nicht bei der Theorie stehen blieb. Petra gab den Teilnehmenden ausreichend Zeit, um sich direkt vor Ort Gedanken über ihren eigenen digitalen Nachlass zu machen und erste Notizen anzufertigen. Dabei wurde vielen erst bewusst, wie viele digitale Konten, Geräte und Zugänge sich im Laufe der Jahre angesammelt haben.

Am Ende nahmen die Teilnehmenden nicht nur neues Wissen mit nach Hause, sondern auch ganz konkrete Ideen für die nächsten Schritte. Die wichtigste Erkenntnis des Nachmittags lautete dabei: Eine Liste ist nur dann hilfreich, wenn sie regelmäßig gepflegt und aktuell gehalten wird.

So verließen die Teilnehmenden das Familien- und Begegnungszentrum mit einem Thema im Gepäck, das zwar selten besprochen wird, aber für nahezu jede Person von Bedeutung ist. Oder wie Petra es zusammenfasste: Wer seinen digitalen Nachlass regelt, schenkt seinen Angehörigen später vor allem eines – Orientierung und Entlastung.

Regionale Angebote

Smartphone-Sprechstunde des Seniorenbeirats Celle

Jeden Mittwoch von 12 bis 13 Uhr stehen im Alten Rathaus in Celle ehrenamtliche Berater:innen zur Seite, um bei Fragen rund um digitale Endgeräte und Themen zu unterstützen. Die Idee dahinter: ein kostenfreies Angebot, ohne vorherige Anmeldung, von Senior:innen für Senior:innen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Austausch auf Augenhöhe durchaus hilfreich sein kann. Im Mittelpunkt steht der Ratsuchende. Mit Ruhe und Geduld finden wir in der Regel eine gute Lösung für das jeweilige Problem“, so der Seniorenbeirat rund um das Angebot. Interessierte Bürger:innen finden das Büro des Seniorenbeirates im Alten Rathaus, Markt 14, im Herzen der Celler Innenstadt. Bei weiteren Fragen steht Seniorenbeirat zur Verfügung: Telefon: 04261-9145 12 05141 – 12 89 22 und E-Mail seniorenbeirat@celle.de.

Überregionale und Online-Angebote